„Shaans Bürde“ von Susanne Gavénis – eine Rezension

Die zweite Leserunde, an der ich teilnehmen durfte, drehte sich um den Fantasyroman „Shaans Bürde“ von Susanne Gavénis. Es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse aus der Sicht von Shaan, der nicht der Typ Held ist, der mir bisher in (Fantasy-) Romanen über den Weg gelaufen ist.

Shaans_Bürde

Klappentext:
Das Schicksal der Welt ruht auf den Schultern eines Einzelnen.
Seit Anbeginn der Zeit tobt auf der Erde die Schlacht zwischen den Mächten des Lichtes und der Finsternis.
Shaan, Enkel eines Herzogs, wird von seinem Vater in der Einsamkeit der Berge mit grausamer Härte auf seine vom Schicksal bestimmte Aufgabe vorbereitet:
Er ist der Beschützer der Lanhal, der Inkarnation des Guten, die alle hundert Generationen in Gestalt eines gewöhnlichen Mädchens wiedergeboren wird, um in einem mörderischen Aufeinandertreffen mit dem Yinyal, der Verkörperung des Bösen, um die Zukunft der Menschheit zu kämpfen.
Ausgestattet einzig mit der Fähigkeit, Wind und Wasser zu beherrschen, muss sich Shaan einer Bedrohung stellen, die alles Vorstellbare übersteigt, denn die Mächte des Bösen entsenden eine schreckliche Gegenspielerin, die ebenfalls über zwei Elemente gebietet – Feuer und Erde.
Und Shaan weiß: Sollte er versagen, wird nicht nur die Lanhal sterben, sondern die ganze Welt für hundert Generationen in Dunkelheit versinken.

Was mir besonders aufgefallen ist:
Shaan ist ziemlich unsicher und hat ein geringes Selbstwertgefühl, was zu großen Teilen der Erziehung seines Vaters zuzuschreiben ist. Doch er ist geboren worden, um die Lanhal, die Inkarnation des Guten, zu beschützen und ihr beim Kampf zwischen Gut und Böse beizustehen. Diese Mächte zeigen sich nie, sie sind eher eine unterschwellige Präsenz. Das ist aus meiner Sicht ein großer Pluspunkt des Buchs.
Der Fokus liegt zum Großteil auf Shaan und seinem Seelenleben. Er hält sich für nicht gut genug um seine Aufgabe zu erfüllen, dennoch gibt er sein bestes. Er ist ein sympathischer Kerl, mit dem ich durch die Welt von „Shaans Bürde“ gereist bin, und manchmal wollte ich ihm auch eine Ohrfeige dafür verpassen, dass er so wenig von sich hält. Ich hatte Schwierigkeiten das Buch wegzulegen, selbst als er unter seiner Aufgabe gestrauchelt ist. Manchmal ist er auch hingefallen, dafür habe ich mich umso mehr darüber gefreut, dass er sich immer wieder aufgerappelt hat, manchmal sogar mutige Taten vollbracht hat und am Ende seine Entwicklung deutlich wird.

Eine andere wichtige Charaktere im Buch ist Deleja. Sie ist die Tochter eines reichen Kaufmanns. Obwohl sie wohlbehütet aufwächst, ist sie ähnlich unsicher wie Shaan, da auch ihre Mutter gestorben ist und sie versucht, ihrem Vater alles recht zu machen. Auch sie ist sympathisch gezeichnet und ich habe mich darüber gefreut, dass auch Deleja eine Wandlung zum Besseren durchmacht. Ich kann nicht mehr zu ihr sagen, da ich diese Rezension frei von Spoilern halten möchte.

Am Anfang des Buchs ist die Shai’Yinyal, die Beschützerin des Yinyal (der Inkarnation des Bösen), nur eine unterschwellige Bedrohung. Weder Shaan noch der Leser weiß, wie sie aussieht oder was in ihr vorgeht. Erst als sie das erste Mal in Erscheinung tritt, wird sie zu einer greifbaren Bedrohung. Nach außen hin wirkt sie wie eine skrupellose Killerin, doch da die Geschichte nicht aus ihrer Sicht erzählt wird, kann man nur über ihre Motive spekulieren. Es ist aus meiner Sicht eine weitere Stärke des Buchs, da sie so immer eine schattenhafte Bedrohung bleibt, selbst nachdem sie die Bühne betreten hat.

Das muss leider auch erwähnt werden:
Obwohl „Shaans Bürde“ ein starker Roman mit gut durchdachten Charakteren und schöner Sprache ist, sind die Beschreibungen manchmal etwas zu viel.

Daher gibt es 4,5 von 5 Sternen.

EDIT: Frau Gavénis hat ihren Roman unter dem Titel „Shai’lanhal“ nun selbst durch Amazon veröffentlicht, dementsprechend habe ich die Links verändert. Falls ihr mit dem Gedanken spielt, euch das Buch als Sommerlektüre zuzulegen, warum nicht Frau Gavénis direkt unterstützen, indem ihr das von ihr veröffentlichte Buch kauft?

Neugierig geworden? „Shaans Bürde“ könnt ihr bei Amazon kaufen.
Besucht Susanne Gavénis auf ihrer Homepage.
Ein Interview mit Susanne Gavénis könnt ihr hier lesen.

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