Der Gambler-Zyklus – Susanne Gavénis

Der Klappentext:
Als im 22. Jahrhundert der erste Mensch mit einer besonderen genetischen Mutation geboren wird, ahnt noch niemand, dass es nur der erste von vielen ist. Die Gambler sind reaktionsschneller und leistungsfähiger als jeder gewöhnliche Mensch, sie besitzen einen unfehlbaren Orientierungssinn und das perfekte Gedächtnis – und werden gerade aus diesem Grund gehasst und gejagt. Isoliert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt, fristen sie auf ihren Zirkusraumschiffen ein Leben im Schatten.
Doch dann taucht aus den Tiefen des Weltraums eine Bedrohung auf, die alles bisher Dagewesene übersteigt. Und die politische Führung der Erde muss erkennen, dass nur ein Gambler in der Lage ist, die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren.”
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Wie der Klappentext bereits sagt sind Gambler Menschen, die allein aufgrund ihrer genetischen Mutation mehr können als “Normalos”. Dass es da zu Rassismus kommt, ist eigentlich kein Wunder.
Danny Sims ist der einzige Gambler, der sich freiwillig zum Kampf gegen die Hewitts (die Bedrohung aus dem Weltall) stellt. Weil er nun mal ein Gambler ist, muss er sich nicht nur den Hewitts stellen, sondern auch Hass und Rassismuss. Zudem muss er noch mit seinen eigenen Probleme kämpfen. Er ist sympathisch gezeichnet und mir viel es leicht mit ihm mitzufühlen. Im Buch ist der Rassismus realistisch dargestellt und ich hatte kein Problem damit, dass der Fokus auf die Geschehnisse auf der Erdorbitalstation liegt, denn durch die Berichterstattung der EBC (Earth Broadcasting Company) bekommt man einen guten Eindruck von dem, was die Erdbevoelkerung von Danny Sims und Gamblern im generellen hält und wie Medien Meinungen formen. Außerdem ist es gut nachvollziehbar, warum kein anderer Gambler der Erdbevölkerung hilft und warum gerade Danny sich dazu bereit erklärt.
Die Geschichte ist gut durchdacht, schlüssig und man merkt, dass Frau Gavénis eine Menge Recherche betrieben haben muss. Es gibt auch einige Überraschungen und Wendungen, die ich nicht vorrausgesehen habe. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, sonst verrate ich noch zu viel, dennoch muss hier noch ein weiterer Charakter erwähnt werden. Madeleine Thompson ist so ziemlich die einzige, die Danny als Menschen sieht und nicht als Summe seiner Mutationen. Sie bringt frischen Wind und eine gute Portion Hoffnung in die Geschichte.

Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat ist das Ende. Gerade weil es so positiv ist, erscheint es mir nicht sehr realistisch.
Was mich auch noch gestört hat ist die Aufteilung in 4 Bände. Die Geschichte wirkt wie aus einem Guss, allerdings fand ich es etwas nervig zwischendrin das Buch zu wechseln. Das hat mich auch schon beim “Herrn der Ringe” gestört.

Die 4 Bände sind unter anderem bei Amazon erhältlich.
Hier geht’s zum Interview mit Frau Gavénis.

Die Gwailor – Chroniken – Susanne Gavénis

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Klappentext:
Dayin, dem Sohn des Königs von Tarell, wird bei seiner Geburt eine schreckliche Prophezeiung gemacht: Sein eigener Vater soll durch seine Hand den Tod finden, heimtückisch ermordet, um den Thron des Landes an sich zu reißen. Doch wie kann es geschehen, dass aus einem zarten, mitfühlenden Kind ein kaltblütiger Mörder wird?

Dayin weiß, dass er nur eine Chance hat, sich von dem düsteren Schatten zu befreien, der sein Leben bestimmt. Er muss beweisen, dass er die furchtbare Bluttat, die ihm prophezeit wurde, unter keinen Umständen Wirklichkeit werden lassen wird.

Doch schon bald muss er erkennen, dass das Schicksal ein Gegenspieler ist, der sich nicht leicht geschlagen gibt.

Die “Gwailor – Chroniken” ist eine zweiteilige Buchreihe von Susanne Gavénis, die mir beim Lesen wie ein einziger Band vorgekommen ist. Allerdings hatte ich, bevor ich zur Leserunde zugesagt habe, meine Zweifel gehabt, weil ich es nicht mag, wenn in Geschichten (Buch, Fernsehen etc) auf Intrigen fokussiert wird und die Leser/Zuschauer genau mit ansehen können (oder besser) müssen, wer wen mit welchen Mitteln ausspielt. Das ist so gar nicht meins.
Da ich bereits “Shaans Bürde” von Susanne Gavénis gelesen habe, konnte ich mir sicher sein, dass das nicht ihre Art zu schreiben ist. Heute bin ich froh die “Gwailor – Chroniken” gelesen zu haben und wäre die Leserunde nicht gewesen, hätte ich die Bücher in einem Rutsch verschlungen.
Zurück zur Geschichte. Gwailor ist ein Land, das in die Königreiche Tarell und Lumaar geteilt ist. Rohn Lumaar (der König des zweiten Königreiches) setzt alles daran, um Gwailor unter seiner Herrschaft zu vereinen. Das macht es für Dayin natürlich nicht einfacher, da er aufgrund der Prophezeiung in seiner Heimat immer wieder mit Anschlägen auf sein Leben rechnen muss, aber auch in Lumaar keine Ruhe finden kann. Zum Glück gibt es Menschen, die an ihn glauben, zum Beispiel seine Mutter, seine beiden Leibwächter und später noch ein Mensch, von dem er es sich gewünscht, aber nie wirklich gehofft hat.
Die Prophezeiung über Dayins Leben wurde von der besten Seherin Tarells ausgesprochen. Seherinnen sind Frauen mit speziellen Fähigkeiten, die Visionen von den Lebenspfaden anderer Menschen empfangen können, daher ist ihr Wort Gesetz. Mich haben die Seherinnen an eine Art religiöse Vereinigung erinnert. Obwohl die meisten Charaktere ihnen bedingungslos vertraut haben, kam bei mir immer ein gewisser Zweifel auf, auch was das teilweise seltsame Verhalten der Ober – Seherinnen Tarells und Lumaars angeht. (Im Buch wird der Grund dafür aufgeklärt.)
Apropos Lumaar – Rohn hat eine Tochter – Lillell, die zu seinem Leidwesen nicht auf Krieg und Unterdrückung aus ist, sondern anderen Menschen helfen will. Sie ist (nach meinem Empfinden) der zweite Hauptcharakter und macht ähnlich wie Dayin eine schöne Entwicklung durch – trotz all den Hindernissen und dem Ärger, den sie durchstehen müssen. Für mich macht gerade diese positive Entwicklung eine gute Geschichte aus. Vielleicht sehe ich das auch ein bischen zu naiv.
Wie in jedem (?) Fantasybuch gibt es am Ende natürlich noch eine Schlacht, deren Ausgang ihr im Buch lesen könnt.

Rein stilistisch sind die „Gwailor – Chroniken“ eine runde Sache. Die Geschichte ist gut durchdacht, gerade was die Seherinnen und die Heilerinnen angeht, es gibt keine Logikfehler und die Charaktere sind sehr real. So zum Beispiel Lillell’s Freundin Gwaina, eine lebensfrohe Natur, die mir immer ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Oder die Brüder Wendar und Beilar Krenn, Dayins Leibwächter und Freunde. Sie sind sehr nette Burschen, die sich nicht scheuen für das einzustehen, was sie für richtig halten. Auf der anderen Seite auch Rohn Lumaar, der mir mit seinen Schrullen am Anfang noch ein Lächeln entlocken konnte oder Gerrent Tarrell, der durch seinen Hass auf Dayin vollkommen geblendet wird.
Gut gefallen hat mir auch die bildhafte Beschreibung, mit der Frau Gavénis es schafft, auch alltägliche Dinge schön klingen zu lassen. Die Bücher sind also auch etwas für diejenigen unter euch, die deutsch nur als Fremdsprache gelernt haben und deutsch gerne mal von seiner schöneren Seite erleben möchten.

Die „Gwailor-Chroniken“ auf Buch.de, Amazon.
Hier geht es zum Interview mit Susanne Gavénis.

„Genusya in Gefahr“ von Kassandra S. Katz – eine Rezension

In 2014 hatte ich das Glück an zwei wirklich tollen Leserunden teilnehmen zu dürfen und zwei großartige Bücher lesen zu dürfen. Das erste Buch, dass ich euch in diesem Rahmen vorstellen möchte, ist „Genusya in Gefahr“ von Kassandra S. Katz.

 

Im Bereich der Fantasy Literatur gibt es ja einige Bücher, die von der Fehde zwischen zwei Völkern handeln. Diese Art Fantasybücher, die ich bisher gelesen habe, sind eher düster bis ziemlich düster. „Gensuya in Gefahr“ von Kassandra S. Katz ist da eine willkommene Abwechslung.

 

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Klappentext:

Kennst Du das?
Und wieder spaziert ein stolzes Kriegervolk durch die Seiten eines Fantasy – Buches. Einerseits freust du dich, denn, mal ehrlich, ohne ein solches Volk wäre es doch nur halb so spannend. Andererseits fragst du dich: Warum sind die eigentlich so, wie sie sind?
Ja, du könntest dich jetzt zurücklehnen und in Ruhe über diese Frage nachdenken, aber dazu hast du keine Zeit.
Nur weil seit zweihundert Jahren Frieden herrscht in Genusya, glaubst du, du wärst in Sicherheit?
Hörst du es denn nicht?
„Alarm! Angriff!“

 

Was mir besonders aufgefallen ist:

Das Buch macht nicht nur Spaß es zu lesen, es ist auch mit einer guten Prise Humor gewürzt. Besonders der Mittelteil hat meinen Lachmuskeln einiges abverlangt. Außerdem enthält das Buch auch einige liebenswerte Charaktere, z.B. den Gott Narfus, der eigentlich ein netter, leicht trotteliger Gott ist, der sich von seinen Priestern an der Nase herumführen lässt. Oder Konn, der zweite Stellvertreter des Generals der naredischen Armee. Er gehört zwar zu den Bösewichten, ist aber ein echter Sympathieträger, da ich die Beweggründe für sein Handeln gut nachvollziehen konnte und in meinen Augen eher ein Antischurke. Inella darf an dieser Stelle auch nicht fehlen. Sie ist die Heerführerin der genusyanischen Armee und eine starke Frau. Leider wird sie zum Ende hin etwas farblos. (Natürlich hat das Buch noch mehr zu bieten. Überzeugt euch doch einfach selbst 😉 )

 

Das muss leider auch erwähnt werden:

Es ist zwar von Anfang an klar, dass Frauen gleichberechtigt sind in Genusya, dafür wird leider nicht deutlich, was die genusyanische Gesellschaft noch ausmacht. Beim Lesen hatte ich manchmal das Gefühl, dass alle wissen, warum Genusya vor den gewaltbereiten, patriarchalischen Nareden gerettet werden sollte nur ich nicht. Auch die naredischen Rebellen waren für meine Ansprüche zu ungenau gezeichnet.

 

Trotz allem ist „Genusya in Gefahr“ ein gutes Buch, das durch seinen Humor innerhalb des Fantasy Genres heraussticht. Es bekommt von mir 3 von 5 Punkten.

Neugierig geworden? „Genusya in Gefahr“ ist auf Amazon erhältlich.

Besuch Kassandra S. Katz auf ihrer Homepage.